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Aufbau des Artikels "Wie geht das mit dem Artikel schreiben?":

  1. Weil ich was zu sagen habe: Wie geht das mit dem Artikel schreiben?
  2. Welche Art von Artikel schwebt Dir vor?
  3. Mögliche Arten von Artikeln
  4. Was war nochmal das Thema?
  5. Eine erste Recherche
  6. Die zweite Recherche
  7. Sieh Recherche nicht als Manko
  8. Zeit für einen ersten Entwurf
  9. Und was kommt jetzt? Doch wohl nicht die dritte Recherche? Die dritte Recherche??
  10. Immer an den Leser denken
  11. Halt - nicht gleich veröffentlichen

1. Weil ich was zu sagen habe - Wie geht das mit dem Artikel schreiben?

Der Wunsch, einen Text schreiben zu wollen, kann ganz plötzlich kommen. Du liest etwas im Internet und hast eine klare Meinung dazu. Vermutlich sogar eine ganz andere als der Autor, von dem Du etwas gelesen. hast. Und dann genügt es Dir möglicherweise nicht, den Artikel bei Facebook zu verlinken und "OMG" drüber zu setzen, sondern Du möchtest wirklich auf die Inhalte eingehen. Dann führt kein Weg dran vorbei, einen eigenen Artikel zu schreiben. Und genau da beginnen die Probleme: Was genau willst Du eigentlich sagen? Wie baust Du so einen Artikel auf? Wo findest Du Informationen, mit denen Du Deine Argumente untermauern kannst? Und selbst wenn Dir wie durch ein Wunder eine brillante Argumentation wie von selbst aus dem Hirn fließt, müssen die Argumente trotzdem in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Nicht zuletzt geht es außerdem darum, wo Du den fertigen Text veröffentlichst. Die Plattformen der sozialen Netzwerke sind ab einer gewissen Länge nicht mehr wirklich geeignet. Brauchst Du dann einen eigenen Blog? Texte schreiben zu wollen führt deshalb zunächst einmal vor allem zu jeder Menge Fragen. Deshalb wird es langsam Zeit für die ersten Antworten.

2. Welche Art von Artikel schwebt Dir vor?

Ehe Du Dich mit den Inhalten auseinandersetzt geht es beim Texten zunächst darum, die passende Form zu finden. Artikel können aus den unterschiedlichsten Gründen und zu den unterschiedlichsten Zwecken geschrieben werden. Willst Du eher über Dinge berichten oder Dinge kommentieren? Bei dieser Grundfrage geht die Schere beim Artikel schreiben bereits weit auseinander. Wenn Du einfach nur über etwas berichten willst, dürfte es Dir darauf ankommen, möglichst korrekt zu bleiben und zu schreiben. Wenn es am Ende wie Nachrichtensprecher klingt, ist das zwar eher langweilig, aber im Grunde unvermeidbar. Du willst schließlich sachliche Informationen sachlich rüberbringen. Beim kommentierenden Schreiben hast Du schon deutlich mehr Freiheiten. In diesem Fall kannst Du beim Text schreiben auch mal vom Leder ziehen, zwischen verschiedenen Ebenen der Sprache wechseln und überhaupt deutlich kreativer sein. Im Fachjargon ist dann von einer Glosse die Rede. Da Dir für den ersten Artikel bereits ungefähr vorschweben dürfte, in welche Richtung es inhaltlich und sprachlich gehen soll, solltest Du Deinem Bauchgefühl vertrauen. Überzeugende Artikel schreibst Du nur, wenn Du nicht nur inhaltlich fit bis, sondern Dich auch mit der gewählten Art von Artikel wohl fühlst, während Du ihn schreibst. Da solltest Du wirklich einfach Deinen Instinkten vertrauen.

3. Mögliche Arten von Artikeln sind

  • Klassische Nachrichten: Was war wann weswegen los und wer war beteiligt?
  • Dokumentationen: Wenn es nicht darum geht, was Felix gemacht hat, sondern um Hunde im Allgemeinen.
  • Anleitungen: Dein Schreibbedürfnis wird aber nicht wirklich dadurch geweckt, dass Du anderen den richtigen Gebrauch eines Crepe Makers näher bringen willst?!
  • Porträt: Wenn Du Dich nicht selber vorstellen willst (wovon aus tausend Gründen abzuraten ist!) , steht Dir jede Menge Recherche bevor (dazu später mehr).
  • Leitartikel, Kommentar, Glosse: Du hast eine Meinung? Dann teil Sie mit! Gerade in diesem Bereich ist die Auswahl an Formaten und Stilarten besonders breit.

4. Was war nochmal das Thema?

Beim Nachdenken über das Artikel schreiben kann es sein, dass Du den eigentlichen Anlass vergisst, aus dem Du ursprünglich mit dem Texten anfangen wolltest. Das ist dann nicht schlimm, weil es offenkundig kein besonders wichtiges Thema für Dich war. Wenn Du wirklich für eine Sache innerlich brennst, hast Du immer noch genau im Kopf, worum es Dir geht. Aber geht es anderen vermutlich auch so? Das ist eine Frage, die Du Dir vor dem Texte schreiben immer fragen solltest: Interessiert eigentlich irgend jemand, was ich denke? Wenn Du über etwas schreibst, was eigentlich alle so sehen wie Du, entsteht vor allem eines Langeweile. Das ist dann wie der fünften Rede auf einer Hochzeit: Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem. Genau deshalb kommt es beim Text schreiben darauf an, ein Thema zu finden, dass Leser dazu animiert, wirklich weiterzulesen. Bei einem langweiligen Referat haben die Zuhörer im Zweifel keine andere Chance als weiter zuzuhören. Einen Artikel können sie dagegen aus der Hand legen bzw. wegklicken, wenn es langweilig wird. Dabei spielt natürlich der richtige Tonfall und der passende Aufbau eine Rolle. Vor allem aber muss es im Artikel um ein THEMA gehen, dass die Leute wirklich interessiert. Wenn Du dann noch einen spannenden neuen Blickwinkel findest oder eine Frage, die sich zu diesem Thema noch nie jemand gestellt hat, bist Du auf einem guten Weg.


Nochmal zum Thema
Ist es Dir wirklich so wichtig? Wirklich - gut, dann weiter.

5. Eine erste Recherche

Wenn Du ein Thema hast, dass Dir wichtig erscheint und für dass sich auch andere Leute interessieren dürften könnte es sein, dass....

  • ... Du aus dem Stand einen Literaturpreis gewinnst
  • ... Du vom Fleck weg als fester Redakteur für ein bedeutendes Newsportal engagiert wirst
  • ... Du ein Problem aufgegriffen hast, zu dem schon jede Menge geschrieben wurde

Während die ersten beiden Varianten so gut wie nie vorkommen ist letzterer Fall eher häufig. Was Dich begeistert oder nervt, nervt oder begeistert im Zweifel auch andere und oder umgekehrt. Vor dem Artikel schreiben steht deshalb erst einmal eine Recherche an. Mit den entsprechenden Suchworten wirst Du im Internet meist schnell fündig, was zu einem bestimmten Thema aktuell veröffentlicht wurde - spätestens dann, wenn Du in der Suchmaschine auf die Rubrik "News" klickst. Dann kann es sein, dass ein anderer, dass was Du sagen willst schon besser geschrieben hat. Wenn es Dir nur darum ging, eine andere Meinung in einem Faden auf Instagram oder Facebook zu äußern, ist das ein Glücksfall: Es genügt ein Link mit kurzem Kommentar. Falls es Dir vor aber ums Text schreiben an sich geht brauchst Du entweder ein anderes Thema oder einen völlig neuen Ansatz.

6. Die zweite Recherche

Wenn es noch nichts in Deinen Augen Brauchbares zum Thema zu lesen gibt, stellt sich im nächsten Schritt die Frage: Hast Du genug Plan vom Thema? Schon ein kurzes Blick in Wikipedia oder irgendein spezielles Wiki dürfte Dir da schnell die Augen öffnen. Wenn Dir das, was Du dort an grundlegenden Dingen liest, neu und aufregend erscheint, hast Du vermutlich noch nicht genug Ahnung. Dann solltest Du in Wikipedia den Wiki auf alle Fälle bis zum Ende durchlesen und danach noch mindestens zwei, drei Artikel mehr. Wenn Du einen Text schreiben oder gar mehrere Texte schreiben willst, ist wichtig, dass Du weißt, was Du da eigentlich schreibst. Sonst kommt es schnell zu inhaltlichen Fehlern. Die führen dann wiederum dazu, dass Du nicht ernst genommen wirst von Deinen Lesern. Und das ist für alle, die Artikel schreiben, der Super GAU. Eine Grundrecherche solltest Du Dir deshalb nur dann sparen, wenn Du in einem Thema wirklich sattelfest bist und sofort Unterthemen für eine Vielzahl von Texten aus Dir sprudeln. Wenn nicht heißt es erstmal hinsetzen und lesen.

7. Sieh Recherche nicht als Manko

Die Tatsache, dass Du Dich in ein Thema erst einlesen musst, sollte Dich nicht entmutigen. Niemand schöpft bei Artikel schreiben ausschließlich aus dem Bauch. Und wann die notwendigen Infos ins Hirn gekommen sind ist weniger wichtig als wie gut sie verarbeitet wurden. Sieh es eher als Vorteil, weil Du auf diese Weise inhaltlich auf dem neuesten Stand bist. Allerdings solltest Du in diesem Fall davon Abstand nehmen, sofort einen Text schreiben zu wollen. Die Fülle an neuen Daten muss Dein Hirn erstmal verkraften. Deshalb solltest Du mindestens einen längeren Spaziergang machen. Noch besser ist es, eine Nacht drüber zu schlafen. Wenn Du nicht mehr aktiv über das Thema nachdenkst, dürfte das vielfach bezeugte Wunder geschehen, dass Dir plötzlich eine Eingebung kommt: So und genau so muss ich diesen Artikel schreiben. Das Ganze funktioniert natürlich genauso gut, wenn Du ein paar Stunden mit Deiner Konsole verbringst - vor allem bei schlechtem Wetter oder in hässlichen Gegenden macht ein virtueller Spaziergang mit Schusswaffe deutlich mehr Sinn. Wichtig ist nur, dass Du Dein Hirn vom aktiven Denken über das Thema ablenkst. Und das bei klarem Kopf. Denn wenn die große Idee erscheint musst Du sie sofort aufschreiben ehe sie sich wieder verflüchtigt. Das funktioniert im Halb- oder Vollrausch in der Regel nicht und wenn doch solltest Du Dir dringend über andere Dinge Gedanken machen als über Texte schreiben.

8. Zeit für einen ersten Entwurf

Du hast Dein Thema und inzwischen zumindest leidlich Ahnung darüber. Dann wird es Zeit für einen ersten Entwurf. Wie Du dabei vorgehst hängt vor allem von der Länge des Artikels ab. Soll dieser eher kurz werden, kannst Du einfach drauflos schreiben. Bei längeren Texten macht es dagegen Sinn, Dir vorher zu überlegen, welche Dinge Du in welcher Reihenfolge auf Papier bzw. den Bildschirm bringen willst. Gerade wenn Du bisher kaum längere Texte geschrieben hast, solltest Du zunächst mit Stichworten beginnen. Aus diesen Stichworten formst Du dann Sätze und schließlich weitere Sätze, um die einzelnen Gedanken zu verknüpfen. Beim Ergebnis ist alles von grauenhaft bis großartig möglich. Wenn eigentlich alles bereits passt, kannst Du Dir einen Duden schnappen und gleich mit dem Feinschliff beginnen. Im schlimmsten Fall war es wohl einfach nicht dein Thema. Dann bleibt nichts, als ganz von Neuem anzufangen.

9. Und was kommt jetzt? Doch wohl nicht die dritte Recherche? Die dritte Recherche??

Vielleicht bist Du wirklich so fit in Deinem Thema, dass es beim Artikel schreiben wie von selbst läuft. Wahrscheinlicher ist, dass Dir der erste Entwurf beim Text schreiben Grenzen aufgezeigt hat. Wenn es ums Gedanken ordnen und formulieren geht hilft nur üben. Wenn es darum geht, dass Du inhaltlich nicht weiter wusstest, hast Du einfach immer noch nicht genügend Plan. Dann folgt nach der Rückkehr der Recherche in Teil zwei Recherche Reloaded im dritten Teil. Der Vorteil ist, dass Du inzwischen genau weißt wonach Du suchst. Entsprechend präziser sind Deine Suchworte. Jetzt geht es nicht mehr um Wiki im Allgemeinen oder Wikipedia im Speziellen, sondern um echte Fachliteratur. Dabei ist vor allem ein kritisches Auge wichtig. Während das eine Auge noch liest, sollte das deshalb das andere bereits prüfend fragen: Ist das was ich hier lese überhaupt eine vertrauenswürdige Quelle? Steht oben im Browser bombastic-news.com oder handelt es sich um einen eher obskuren Blog sollten Dir an diesem Punkt Zweifel kommen. Wenn Du selber beim Text schreiben ernst genommen werden willst, musst Deine Informationen von Leuten beziehen, die es ebenfalls ernst meinen. Beim Texte schreiben steht und fällt die Qualität mit den verwendeten Quellen. Hier solltest Du hohe Ansprüche haben. Deine Quellen sollten immer seriös sein. Sind sie nur sehr iös, einfach nur iös oder gar offenkundig unseriös dann lass sie rechts oder links liegen - je nach dem auf welcher Seite von Deinem Schreibtisch sich der Abfalleimer befindet. Wenn Du auf diese Weise die Spreu vom Weizen getrennt hast, kann es endlich losgehen mit dem Artikel.

10. Immer an den Leser denken

Selbst in Häkchen gesetzt produzieren die Worte "Immer an den Leser denken" mehr als eine halbe Million Treffer. Das ist kein Zufall und auch nicht einer Fernsehwerbung aus der Steinzeit für das Magazin Focus geschuldet, sondern dem Umstand, dass der Boulevard an dieser Stelle ausnahmsweise mal die volle Wahrheit sagt. Was man selber nicht gerne liest und was sich laut vorgelesen nicht gut anhört ist es in der Regel nicht wert, überhaupt veröffentlicht zu werden. Beim Artikel schreiben solltest Du Dich deshalb bei jedem Satz fragen, ob er notwendig ist. Ob er gut geschrieben ist, ist weniger wichtig. Er muss seine Funktion erfüllen. Hemingway hat mal sinngemäß gesagt, dass man erst die Story schreiben und dann alle guten Zeilen rausnehmen soll. Nur wenn die Geschichte dann noch funktioniert passt alles. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Einleitung den Leser in den Text reinzieht und die letzten Sätze das gute Gefühl auslösen, dass hier ein Thema gekonnt zum Abschluss gebracht wurde. Dazwischen müssen die übrigen Sätze eigentlich nur noch Sinn ergeben und einen Mehrwert liefern.

11. Halt - nicht gleich veröffentlichen

Ok. - ein weiterer Aspekt fehlt noch: Die Sätze müssen außerdem orthografisch und inhaltlich richtig sein. Mindestens ein Korrekturlesen solltest Du vornehmen, ehe Du Texte im Internet veröffentlichst. Solltest Du Dir bei bestimmten Worten in Sachen Rechtschreibung nicht sicher sein, solltest Du auch dann im Duden nachschlagen, wenn Du Dir geschworen hast, nach der Schule nie wieder einen Blick hinein zu werfen. Da der Duden eine eigene Präsenz im Netz hat musst Du Dir zumindest keinen kaufen. Was Dir beim Text schreiben in Deinen Texten an Fehlern untergekommen ist, lässt sich auf diese Weise auf ein für die Leser gerade noch erträgliches Maß reduzieren. Denn schließlich willst Du mit Deinem Eintrag bei Instagram oder bei Facebook oder in Deinem eigenen Blog keinen Unwillen auslösen, sondern Deine Überzeugungen verbreiten. Oder doch nicht? Dann stellt sich die Frage, warum Du bis hierher weitergelesen hast.

Und jetzt nochmal zur Ausgangsfrage: Wie lautete noch Dein Thema?


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